Der Unterschied zwischen UEM und MDM

UEM oder MDM? Das Jonglieren von Akronymen und technischen Buzzwords


Die Welt der IT ist ein verschworener Gedankenkosmos, ein Zirkel der Rationalität und für Nichteingeweihte ein Dickicht aus aneinandergereihten Zahlen und Buchstaben und Zeichen, die man vorher noch nie gesehen hat.

Ein wenig so, als würde man in eine geöffnete Tüte mit Buchstabensuppe hineinblinzeln. Neben den Codes, die am Ende einen Sinn ergeben und Programme zum Laufen bringen sollen, ist die IT-Welt gespickt mit Akronymen, also Kurzwörtern, die aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammengesetzt sind. Der Begriff EDV ist so ein Beispiel, steht für Elektronische Datenverarbeitung und stammt aus der Dinosaurierzeit der IT (was wiederum auch ein Akronym ist).

Digitales Flottenmanagement

Ein wichtiger Bestandteil des durchdigitalisierten Lebens ist die Vielzahl von mobilen Recheneinheiten in Form von mobilen Telefonen, Tablets, Laptops, Desktoprechnern, aber auch Wearables oder IoT-Geräten. Hier könnte man von der digitalen „Flotte“ reden.

In der IT-Welt findet der Begriff Unified Endpoint Management (UEM) zunehmend an Verbreitung und wird oft gleichbedeutend mit MDM verwendet. Im Prinzip ist UEM – Achtung Spoiler – auch eine MDM-Lösung, nur kann diese mehr. MDM ist – was sonst – das Akronym zu Mobile Device Management und bezeichnet die Software, die mobile Endgeräte verwaltet. Ein MDM ist also ein Programm, das sehr viel können muss.

Alle mobilen Geräte werden hier eingeschrieben und verwaltet, damit man als IT-Administrator volle Kontrolle über die ausgegebenen Geräte hat. So können Apps und Programme geladen, aktualisiert, verboten oder erlaubt werden. Ein MDM ist, laut historisch gewachsenem Konsens ein System, das ausschließlich mobile Geräte verwalten kann. Moderne MDMs können zwar unterschiedliche Betriebssysteme wie Android oder iOS verwalten, tun sich aber meistens mit Desktop-Betriebssystemen schwer.

Wir überspringen das EMM, das Enterprise Mobility Management, das als evolutionäre Zwischenstufe funktional den Weg zur Krönung des „Flottenmanagements“, dem UEM (Unified Endpoint Management) ebnete.

Die Strategie von UEM-Produkten ist, eine Lösung von Verwaltungseinheiten für alle technischen IT-Produkte eines Unternehmens, Schulen oder sonstigen Körperschaften zu schaffen. UEM-Lösungen enthalten alle Features und Anwendungen, die man von einem MDM erwarten kann, können aber noch mehr und haben einen größeren „Aktionsradius“. Ein UEM ist quasi die Luxus-Vollausstattung der Administration. Natürlich können mobile Geräte verwaltet werden, dazu kommen noch die Desktopbetriebssysteme, interaktive Displays, Wearables, Server oder Netzwerkkomponenten hinzu.

UEMs sollen zusätzlich datenschutzkonform, usabilityfreundlich und einen Betrieb in der Cloud oder als On-Premise-Installation im eigenen Rechenzentrum bieten.

UEMs verwalten Geräte, Apps und deren Konfiguration. Dabei wird zwischen Unternehmens- (COD – Corporate Owned Device) bzw. Schul- oder persönlichen Geräten (BYOD – Bring your own Device) unterschieden.


Digitaler Unterricht an Schulen

UEMs müssen vielen Bedürfnissen und Anwendern gerecht werden, wie das Beispiel Digitalisierung an Schulen zeigt:

Durch die ideale Verwaltung und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Geräte soll ein digitaler Schulunterricht gesteuert werden.

Für die Beschaffer, also die öffentlichen Träger, wie Kommunen oder zentralen Rechenzentren, muss ein UEM rechtlich sicher und kostengünstig sein.

Der IT-Admin, der mit dem UEM all die Geräte einschreiben, verwalten und zuteilen muss, will eine intuitiv und technisch funktionierende Lösung haben, die Server verwalten und stets den vollen Überblick haben.

samsung-digitaler-unterricht

Die Lehrkraft möchte mit den ausgegebenen Geräten einen störungsfreien, pädagogisch wertvollen und erlebbaren digitalen Unterricht gestalten.

Doch die eigentliche Zielgruppe, die Schüler dürfen das UEM gar nicht bemerken, denn nur dann hat das System seine Berechtigung.


Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Sinn und Zweck:

Natürlich sollte ein MDM die Evolution zur UEM-Lösung vollzogen haben und die Software alle gedanklichen technischen Checklisten bestanden haben. Doch was ist eigentlich der Sinn des vielzitierten digitalen Unterrichts? Nicht das Jonglieren von Buzzwords und Akronymen oder dem Verständnis, das Technik als Selbstzweck dient. Vielmehr ist Software eine Abwägung von technischer Implementierung von Features und sinnvoller Handhabbarkeit im Alltag, beherrschbar auch von Nicht-IT-Fachkräften. Software sollte Lösung oder zumindest Verminderung von Alltagsproblemen sein. Die Verwaltungslösungen – ob UEM oder MDM sind nur stille Helfer, die den Hauptakteuren – nämlich den Schülern einen entstaubten pädagogisch wertvollen, chaosfreien digitalen Unterricht ermöglichen sollen. Frei von schlecht kopierten Arbeitsblättern, Kreidetafeln und Overheadprojektoren.


Ist Relution nun ein MDM oder UEM?

Beides. Der Schwerpunkt liegt in der Verwaltung und Steuerung von mobilen Endgeräten, da dies der Fokus im Bildungs- und öffentlichen Bereich ist. Die Entwicklung geht aber ganz klar in Richtung UEM-Lösung. Nicht aus technischem Selbstzweck, sondern aus der schulischen Notwendigkeit heraus. So erforderte der vermehrte Einsatz von Laptops unter Windows und der Einsatz von digitalen Tafeln eine softwareseitige Anpassung und Weiterentwicklung von Relution.