Relution-Anwenderbericht, Stadt Offenbach

Relution-Anwenderbericht, Stadt Offenbach; Interviewpartner Norman Jahn

Die IT-Ausstattung von Schulen ist aktuell stark im Wandel. Ausgelöst durch den DigitalPakt und durch die Corona-Pandemie verstärkt, werden neue pädagogische Konzepte verfolgt, bei denen Homeschooling und digitale Medien im Klassenzimmer im Vordergrund stehen.

Hier setzt die federführende IT-Abteilung der Stadt Offenbach in Kooperation mit den angrenzenden Kommunen Hanau und Main-Kinzig-Kreis an und verfolgt ein ambitioniertes Digitalisierungsprogramm. Als erste Schulträger in ganz Hessen wurden zum Start des Schuljahres 2021/22 an allen Schulen in Offenbach und zwei angrenzenden Kommunen neben verschiedenen Tablets und Laptops auch digitale Tafeln eingeführt. Die Vernetzung der Schulen mit WLAN kommt gut voran. Für die zentrale und einheitliche Verwaltung der Endgeräte wurde das plattformübergreifende Gerätemanagement des Stuttgarter Unternehmens Relution eingeführt. Die Lösung, die neben optimierten Funktionen für Bildungseinrichtungen den Schwerpunkt auf die Einhaltung strenger Datenschutzrichtlinien in den Fokus setzt, unterstützt nicht nur Geräte mit iOS, iPadOS, macOS und tvOS, sondern auch Android- und Windows-Geräte. Der Projektbericht beschreibt, wie und warum das Team um Norman Jahn, Abteilungsleiter IT für die Schulen und DigitalPakt-Leiter in Offenbach, vor allen anderen Schulträgern in Hessen digitale Boards anschaffen konnte und wie er die Mobile Device Management-Anwendung Relution für die Verwaltung von aktuell 6.500 unterschiedlichen Geräten erfolgreich einsetzt.



Hohe Erwartungen: Digitalisierung an Offenbachs Schulen


Erfolgsfaktor Mobile Device Management (MDM)

Als Norman Jahn, Abteilungsleiter IT für die Schulen in Offenbach, auch die Zuständigkeit für den DigitalPakt Schule übernahm, ahnte er nicht, welchen Schub die Corona-Pandemie für die Digitalisierung bringen sollte.
Bereits seit 2019 hat jede Schule in Offenbach einen mobilen EDV-Raum mit iPads. „Gestartet sind wir mit 300 Endgeräten und wollten weitere Geräte Schritt für Schritt anschaffen, doch dann haben die Corona-Pandemie und das Homeschooling den Prozess enorm beschleunigt“, erinnert er sich. In seiner Funktion als DigitalPakt-Leiter Offenbach nimmt er nicht nur an landes- sondern auch an bundesweiten Koordinierungstreffen teil. Zudem beteiligt sich die Stadt Offenbach an der Landesarbeitsgruppe „Digitale Schule Hessen“. Mit seinem aktuell achtköpfigen Team verfolgt er das Ziel, alle örtlichen Schulen so schnell wie möglich zu digitalisieren. Dafür wurde auch schon mal die Herausforderung einer europaweiten Ausschreibung angenommen. Mittlerweile verwaltet die Stadt Offenbach die Endgeräte von Schüler:innen und Lehrkräften sowie digitale Tafeln auf unterschiedlichen Plattformen mit der deutschen Lösung Relution komfortabel und reibungslos.


DigitalPakt und die Infrastruktur für die Schulen

Jahn hat in den letzten Jahren eine Erfahrung immer wieder neu gemacht: Viele Lehrer:innen erwarten, dass nach der Umsetzung des DigitalPaktes in den Schulen „alles digital“ ist. Diese Erwartungshaltung ist zwar verständlich, aber nicht in der näheren Zukunft ohne Weiteres umsetzbar. Denn zunächst geht es um die technische Grundausstattung an allen Schulen – und die Verwaltbarkeit von unterschiedlichsten Geräten und Software.

„Wir sind mit wenigen Pilotprojekten gestartet und haben von Anfang an alle Schulformen einbezogen, damit alle auf einen einheitlichen Stand der Digitalisierung kommen“, erläutert Jahn. Sein Team und er haben die WLAN-Infrastruktur an den Schulen aufgebaut und dafür gesorgt, dass die Glasfaserinfrastruktur an jeder Schule mindestens eine Bandbreite von 1 Gigabyte pro Sekunde hat, um der erwartbar deutlich höheren Nachfrage, übrigens auch im Stromnetz, gerecht zu werden. Im August 2021 waren 20 Prozent der Schulen in Offenbach entsprechend ausgestattet, die restlichen in die Planung gebracht.

Außerdem haben die IT-Experten alle pädagogischen Unterrichtsräume mit einer digitalen Tafel zur Präsentation ausgestattet. Dafür hat die Stadt Offenbach eine interkommunale Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau gestartet sowie als einzige Kommune in Hessen eine europaweite Ausschreibung für digitale Boards auf den Weg gebracht. Im Main-Kinzig-Kreis hängen zum Beginn des Schuljahrs 2021/22 schon 200 Boards in den Klassenräumen, in Offenbach knapp 160 Boards. Ende August 2021 haben die Lehrkräfte die ersten digitalen Tafeln in Betrieb genommen. „Im Vorfeld haben wir die Medienkonzepte der Schulen erhalten, die Grundlage des pädagogisch-technischen Einsatzkonzeptes des Digitalpaktes sind“ erklärt Jahn. „Die Schulen wollten digitale Boards anschaffen. Da spielt uns in die Hände, dass die Lehrkräfte Endgeräte haben, die mit den Boards kompatibel sind und wir auch die Geräte der Schülerinnen und Schüler schon kennen, die ein Gerät aus dem Bestand zur Verfügung gestellt bekommen.“


„Zum richtigen Zeitpunkt die richtige Software gefunden“ – Multi-Plattform-Management mit Relution

Die Boards arbeiten mit dem Android-Betriebssystem. Die meisten Geräte für Schüler:innen sind iPadOS-Tablets, zwei Schulen verwenden Samsung-Geräte, ebenfalls mit Android-Betriebssystem. Hinzu kommen viele Laptops von Lehrkräften mit Windows 10. Das Management dieser Geräte und die schrittweise Einführung von Schüler-Endgeräten ist die vorerst letzte Stufe im Digitalisierungsplan der Hessen.

Die Gerätewelt ist also bunt, eine Software für das Management der unterschiedlichen Plattformen unabdingbar. Nach einem eingehenden Auswahlprozess fiel die Wahl auf die Mobile Device Management-Lösung Relution, die in Offenbach als Whitelabel-Lösung unter dem Namen LD Mobile als Teil von LogoDIDACT zum Einsatz kommt.

Bei der Recherche hatte Jahn und seinem Team zunächst auch eine andere Lösung gut gefallen, weil sie auf den ersten Blick die gewünschten Funktionen abdeckte. Sie fiel aber bei der weiteren Analyse schnell durchs Raster, weil sie nur die iOS-Plattform unterstützte und zudem nicht die digitale Souveränität durch einen Betrieb in der eigenen Infrastruktur gewährleisten konnte. Im Verlauf der Recherchen wurde Jahn durch die MDM-Ausschreibung der EKOM21, der kommunale IT-Dienstleister in Hessen, auf Relution aufmerksam: „Wir waren gerade auf der Suche als wir das EKOM21-Leistungsverzeichnis in die Hände bekamen. Wir fanden Relution auf Anhieb sehr ansprechend.“ Die Funktionalität passte zu den eigenen Anforderungen für die Verwaltung von verschiedensten Geräten an Schulen, mehrere Plattformen werden unterstützt und die strengen Datenschutzrichtlinien der EU werden eingehalten. Die Entscheidung fiel nach der Vorstellung der Software beim Schulträger Mitte 2020. Zeitgleich hatte der für den Schulserver mit der pädagogischen Software zuständige Dienstleister die neue Version von LD Mobile als Teil von LogoDIDACT präsentiert. „Wir hatten also parallel und aus unterschiedlichen Perspektiven die richtige Software gefunden“, sagt Jahn. „LD Mobile ist für uns ein elementarer Bestandteil unserer Server-Software – dahinter verbirgt sich Relution mit Konnektivität zu LogoDIDACT.“ Die ersten Tests mit der Inbetriebnahme von 40 Geräten waren vor allem auch deshalb überzeugend, weil Relution das schnelle und reibungslose Einbinden der Geräte gewährleistet. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Vergleich zu anderen MDM-Systemen zeigt, dass diese entweder ausschließlich auf ein Betriebssystem ausgelegt sind, nur als Cloud-Lösung – häufig mit einem Hosting außerhalb der EU – angeboten werden oder aber nicht über notwendige Funktionen für Schulen verfügen. „Für uns ein Ausschlussgrund“, bringt Jahn die Entscheidung auf den Punkt. Denn Relution unterstützt nicht nur die ausgewählten Geräte für einen digitalen Unterricht, sondern bietet auch Support vor Ort in deutscher Sprache. „Mit Relution können wir die hohen Anforderungen erfüllen, die an unsere Abteilung gestellt werden. Von unserer Seite sollen möglichst alle Geräte gemanagt, gepatched und aktuell gehalten werden. Genau dafür ist Relution extrem hilfreich, weil es eben nicht eindimensional auf iOS-Ebene arbeitet, sondern daneben auch Android- und sogar Windows-Geräte unterstützt.“ Neben Windows 10 können auch Geräte mit der kürzlich veröffentlichten Version Windows 11 verwaltet werden. Relution hat sich dadurch zu einem Unifed Endpoint Mangement (UEM) System weiterentwickelt. Das Besondere dabei ist, dass Relution entgegen zu klassischen MDM-Lösungen für Windows nicht auf die Group Policy Objects (GPO) setzt, sondern den neusten Standard von Microsoft unterstützt. Dabei kommuniziert Relution mit den im Windows-Betriebssystem integrierten MDM-Schnittstellen auf dem Gerät, dem Configuration Service Provider (CSP). Dadurch gelingt es Relution Windows-Geräte analog zu Apple- und Android-Geräten über das Internet entfernt zu verwalten ohne, dass die Geräte direkten Zugriff zum Domänencontroller benötigen, der in der Regel nur im Intranet erreichbar ist. Jahn sieht darin einen entscheidenden Vorteil bei der Verwaltung von Geräten beispielsweise für Lehrkräfte, die ihre dienstlichen Geräte auch zuhause im privaten Netzwerk nutzen sollen und dabei dennoch von einer zentralen Geräteverwaltung profitieren können.

Ein weiterer Pluspunkt von Relution ist die Kopplung zu den Services von Apple School Manager (ASM) und analog die Integration des Managed Google Play Store, über die Apps zentral beschafft werden können und dann Lehrkräften über den Schul-App-Store in Relution für die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts bereitgestellt werden können. Enthalten sind nur pädagogisch sinnvolle Apps, Kosten entstehen dabei für Lehrkräfte und Schüler:innen nicht mehr. Der Zugang zum ASM oder Managed Google Play Store kann über ausgewählte Lehrkräfte, oder idealerweise IT-Administratoren im Team rund um Herrn Jahn gesteuert werden. Wenn neue Apps bezogen und auf die Tablets der Schüler:innen bereitgestellt werden sollen, müssen sich Schulen im aktuellen Prozess beim IT-Team melden, damit die Verteilung der Apps mit Relution auf die entsprechenden Geräte sichergestellt wird. Technisch unterstützt Relution auch eine Funktion mit der Lehrkräfte Apps beantragen können, die in Offenbach bisher aber noch nicht zum Einsatz kommt.

Aktuell verwalten die IT-Experten aus Offenbach über 6.500 Geräte mit Relution: Etwa 1.500 Geräte für Lehrkräfte und knapp 5.000 Geräte für Schüler:innen, was etwa einem Drittel aller Schüler:innen entspricht.

Die Integration der Geräte in Relution erfolgte innerhalb kürzester Zeit. „Ich als Anwender habe die Oberfläche als sehr nutzerfreundlich erlebt. Spätestens seit dem Release 5 mit der Integration von Windows-Geräten und den erweiterten Management-Funktionen für alle Android-Geräte ist Relution für mich das ultimative Tool für die Geräteverwaltung. Die Software ermöglicht ein datenschutzkonformes Management, kann alle vorhandenen IT-Geräte plattformübergreifend aufnehmen und ist damit für uns die berühmte ‚eierlegende Wollmilchsau‘. Wir hätten zu Beginn nie gedacht, dass das so schnell so gut klappt.“ erklärt Jahn.

Der konkrete Einsatznutzen von Relution für Schüler:innen liegt darin, dass ein Gerät, egal mit welchem Betriebssystem, immer up-to-date und lauffähig ist. Zusätzlich wird durch Relution sichergestellt, dass immer alle relevanten Apps auf den Geräten zur Verfügung stehen. Zudem wird die Lizenzierung von kostenpflichtigen iOS-Apps zentral über den ASM gesteuert. Die Stadt Offenbach kann dadurch die Lizenzen komfortabel mit geringem manuellem Aufwand auf die jeweiligen Geräte verteilen. Ein weiterer Vorteil hinsichtlich dem Schutz sensibler Daten von Schüler:innen – Relution kommt ohne die Verwendung von persönlichen Apple- und Google-IDs auf den Endgeräten aus. Zudem kann durch die Integration von lokalen Dateifreigaben auf relevante Lerninhalte zugegriffen werden. Relution erleichtert dadurch die sichere Ablage von Arbeitsergebnissen und Dateien auf dem zentralen Schulserver. Vordefinierte Weblinks oder die Bereitstellung von iBooks sind weitere Möglichkeiten für die inhaltliche Gestaltung eines digitalen Unterrichts. Lehrkräfte müssen sich nicht mit allen technischen Möglichkeiten von Relution befassen, es genügt, wenn sie über die intuitive Relution-Lehrerkonsole auf dem Tablet oder bald auch auf dem Windows-Laptop die für den Unterricht gewünschten Apps und Weblinks auswählen. Dabei spielt es keine Rolle ob die Schüler:innen in einem Klassenzimmer sitzen oder zuhause im Homeschooling am Unterricht teilnehmen. So können sich Schüler:innen im Unterricht auf das Wesentliche konzentrieren und werden nicht von einer Vielzahl nicht benötigter Apps abgelenkt. Insgesamt fällt für Lehrkräfte und die IT-Abteilung besonders die Bedienfreundlichkeit von Relution ins Gewicht: Mitarbeiter:innen können sich leicht einarbeiten, ohne das Programmier- oder tiefere Softwarekenntnisse nötig sind.

Durch eine zentrale Verwaltung der Geräte lohnt sich Diebstahl nicht. Apple bietet beispielsweise einen sogenannten „Lost-Mode“ an, wodurch die Geräte in der Nutzung eingeschränkt werden können. Die integrierte Suchfunktion von Apple ermöglicht auch verloren gegangene Endgeräte leicht wiederzufinden.


Digitale Schulen – den Zielen näher gerückt

Die Lehrkräfte in Offenbach werden sich noch etwas gedulden müssen, bis sie an einer voll digitalen Schule arbeiten, trotz aller Fortschritte in den letzten Monaten. Mit den digitalen Tafeln, die an den Seiten normale Whiteboard-Flügel haben, um sie auch von Hand beschreiben zu können, wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen. Noch müssen aber alle Schüler:innen mit mobilen Endgeräten ausgestattet und manche Feinjustierung vorgenommen werden, bevor die Digitalisierung im Schulwesen abgeschlossen werden kann.

Das IT-Team um Jahn wird demnächst auf 28 Mitarbeiter:innen aufgestockt, auch, um besonderen Anforderungen der Lehrkräfte nachkommen zu können. So wünschen sich einige, dass sie noch 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn zusätzliche Apps in den Schul-App-Store neu aufnehmen können, um sie dann auf die mobilen Endgeräte der Schüler:innen aufspielen können, die sie für diese Schulstunde verwenden wollen. Um mehr als zwanzig Schulen derart koordinieren zu können, bedarf es genügend Personal im IT-Team. Aktuell „schaffen“ Jahn und sein Team es, die gewünschte Software innerhalb von 24 Stunden bereitzustellen. Das nächste Ziel ist eine Stunde vor dem Unterricht. Dabei helfen spezielle Funktionen in Relution wie die App Anfrage oder auch die Lehrerkonsole.

Das ultimative Vorbild sind aber die nordeuropäischen Länder, wie etwa Dänemark oder Schweden. Hier werden alle Unterrichtsmaterialien auf Servern abgelegt, auf die die Schüler:innen und Lehrkräfte Zugriff haben. Die Kinder und Jugendlichen machen zu Hause ihre Hausaufgaben am digitalen Endgerät und legen diese auf dem Server der Schule ab. Die Lehrkraft greift bei Bedarf mit ihrem mobilen Endgerät darauf zu und macht die Hausaufgabe per Swipe-Geste auf dem Board für alle sichtbar. Solche und andere Feinheiten der Digitalisierung werden in Deutschland noch ein wenig auf sich warten lassen. Jahn hat aber keine Zweifel, dass er mit Relution auch alle zukünftigen Geräte und Apps, die aufgenommen werden, sicher und komfortabel verwalten kann. „Ich freue mich auf den Tag, wenn wir alle Erwartungen an den Unterricht mit digitalen Medien erfüllen können.“