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Digital together – Perspektiven, Herausforderungen und Chancen

Ein Kommentar von Rona van der Zander

„In der Zukunft geht es darum, selbständig mit Freude (immer weiter) zu lernen, kreativ zu gestalten, nachhaltig und kollaborativ zu handeln und dabei Technologie einzusetzen.“

Lina ist 9 Jahre alt und geht in eine deutsche Grundschule.

Wie wird ihre Zukunft in der digitalen Arbeitswelt aussehen? Wie bereiten wir sie gerade darauf vor und was können wir noch besser machen?

Lina wächst in der sogenannten „VUCA Welt“ auf. VUCA steht für Volatility (Volatilität), Uncertainy (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit).

Linas Zukunft ist also geprägt von konstanter, schneller Veränderung, Komplexität und Unsicherheit. Die Abstände zwischen großen Innovationen, die radikal verändern wie wir leben und arbeiten, werden immer kürzer. Die Halbwertszeit von Wissen nimmt immer weiter ab – wir müssen immer wieder neu und weiter lernen. Neue Technologien verändern die Arbeitswelt. Viele Jobs werden überflüssig, gleichzeitig entstehen ganz neue Berufe.

Was bedeutet das für Lina? Wie wird ihre Arbeit in der Zukunft aussehen?

Für 65 % der Kinder wissen wir noch nicht, was für Berufe sie später ergreifen werden, was für Jobs es überhaupt geben wird. Aber eins ist klar: es wird eine Zukunft voller konstantem Wandel. Lina wird wahrscheinlich bis zu 30 unterschiedliche Jobs und sieben verschiedene Professionen haben.

Was braucht Lina für Fähigkeiten, um sich in so einer VUCA Welt zu recht zu finden?

Das World Economic Forum hat als die „Top 10 Fähigkeiten für 2025“ folgende herausgearbeitet:

  1. Analytisches Denken und Innovation
  2. Aktives Lernen und Lernstrategien
  3. Komplexes Problemlösen
  4. Kritisches Denken und Analyse
  5. Kreativität, Originalität und Initiative
  6. Leadership und soziale Kompetenz
  7. Verwendung, Überwachung und Kontrolle von Technologie
  8. Technologische Entwicklung und Programmierung
  9. Resilienz, Stresstoleranz und Flexibilität
  10. Argumentation, Problemlösung und Ideenfindung

Es geht also einerseits um technisches Know-how, anderseits um sehr menschliche Fähigkeiten.

„In der Zukunft geht es darum, selbständig mit Freude (immer weiter) zu lernen, kreativ zu gestalten, nachhaltig und kollaborativ zu handeln und dabei Technologie einzusetzen.“

Wo und wie bereiten wir Lina darauf vor?

In der Schule? Unsere Schulen stecken größtenteils noch in der Industrialisierung fest. Es geht um Wissensvermittlung, auswendig lernen und darum, bereits gelöste Probleme „zu konsumieren“.

Wir müssen also „Schule“ neu denken. Machen abgegrenzte Fächer noch Sinn, in einer Zeit, in der alles vernetzt und verbunden ist und sich konstant und schnell wandelt? Müssen wir nicht viel mehr in gemeinsamen Projekten denken, in denen wir nicht von „Lehrer:innen“ frontal beschallt werden, sondern bei denen „Lern-Coaches“ uns begleiten, Antworten und Lösungsansätze zu finden? Wie soll Lina selbst organisiert lernen, wenn ein Stundenplan im 45-Minuten-Takt vorgibt, welches Thema jetzt gerade wichtig ist? Wie soll Kollaboration gelebt werden, wenn Noten konstant Druck und Vergleich ausüben?

Digitale Inhalte und Technologien müssen in diesem neuen Setting natürlich auch Einzug finden: denn das wird Linas Zukunft sein.

Hier spielt Relution eine wichtige Rolle. Einerseits, weil Relution Halt und Leitplanken für eine sichere Nutzung des Internets gibt. Durch den Einsatz von Relution wird die datenschutzkonforme Nutzung einiger Anwendungen überhaupt erst möglich. Anderseits hilft Relution aber auch die Vielfalt der Möglichkeiten aufzuzeigen. Das ist für die Zukunft essentiell. Durch die kuratierten Inhalte können Lehrer:innen bzw. Lernbegleiter:innnen aufzeigen, was alles möglich ist. So das Kinder wie Lina von „digitalen Konsument:innen“ zu „digitalen Produzent:innen“ werden und die technischen Möglichkeiten aktiv nutzen. Je älter und erfahrener die Kinder sind, desto aktiver müssen sie natürlich in diesen Prozess eingebunden werden: was brauche ich, um Probleme lösen zu können? Welche technischen Möglichkeiten kenne ich bereits dafür?

Für die Lehrer:innen ist die VUCA-Welt selbstverständlich auch eine große Herausforderung. Sie müssen didaktisch fit sein, relevante Inhalte erkennen und das Ganze noch technisch aufarbeiten. Auch hier kann Relution helfen: man muss kein IT-Studium absolvieren, um guten digitalen Unterricht vorzubereiten.

Es gibt noch viele Herausforderungen auf dem Weg, aber wir haben uns auf den Weg gemacht – das gibt Hoffnung, dass junge Menschen wie Lina immer besser auf die VUCA-Zukunft vorbereitet werden und die digitale Zukunft, mit all ihren spannenden Möglichkeiten, freudig erkunden und mitgestalten.

Rona van der Zander ist Expertin für Digitalisierung. Ihre Kernthemen sind Change, Future of work und Innovation. Sie hielt beim Relution Summit 2022 die Keynote.

Foto: Alena Butusava/Raphael Pohland, iStockphoto